Ubud

Von Pemuteran ging es mit dem „private car“, dem Haupttransportmittel Balis, für etwas mehr als 30€ nach Ubud in Zentralbali. Ubud liegt auf einer Höhe von ca. 1000m und auf dem ausgewählten Weg geht es über einen noch höheren Pass.
Die Strecke ist nur 120km lang, aber hat zu unserem Erstaunen gut 6h gedauert, da wir auf dem Weg an verschiedenen Stellen angehalten haben. Der erste Stop waren die Wasserfälle bei Mondok, die wir nach vielen Serpentinen und einen 5 bzw. 20 minütigem Marsch durch den Dschungel erreichten. Der schönste Stop der Fahrt.
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Wir waren im Dschungel halb umgeben von Gewürzplantagen (mir sind nur ab und zu die Gewürze aufgefallen) und wir haben einer netten Frau eine Auswahl an Weihnachtsgewürzen abgekauft. Leider etwas teurer als wir dann in Ubud gefunden haben, die Lehre ist also mal wieder: nicht zu ungeduldig werden und definitiv nicht beim ersten Angebot zuschlagen!
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Trotzdem, die Gewürze sind toll und ich bin ganz gespannt, wie die Vanille im Vergleich zur Vanille der Istanbuler Märkte abschneiden wird, wenn wir zuhause damit kochen.
Die nächsten Stops umfassten einen tollen Aussichtspunkt zwischen zwei Seen, einen Tempel auf einem See und eine „Kaffeeplantage“ die sich aber leider als eine der Touristen fallen entpuppte, die es überall auf Bali gibt. Nach einem kurzen Rundgang und der Erklärung eines Kakaobaums, einer Kakaonuss und der Kakaobohnen gab es verschiedene Tees und Kaffees zu probieren, „natürlich alle in der Plantage hergestellt“. Das dem nicht so war, war alleine an der großen Auswahl Tee, Kaffee und Kakao zu sehen, sowie an der Plantagengröße (ein Stand am Straßenrand mit mehreren Pfaden in den Dschungel) sowie an den Preisen. Für 50g Hibiskustee wurden 8€ verlangt…
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Weitere Sehenswürdigkeiten (Tempel, Tempel, Tempel) haben wir ausgelassen, da Svenja die Serpentinen zugesetzt haben.

In Ubud angekommen waren wir geschockt von dem Verkehrsaufkommen. Ubud besteht aus mehreren kleinen Dörfern, die alle nur schmale Straßen haben, sodass sich der Verkehr nur langsam vorwärts bewegt. Unser Fahrer hat uns, wie schon in Pemuteran, ein sehr schönes Homestay (Zimmer in kleinen Häusern auf Familiengrundstücken, zwischen den Häusern der Familie) empfohlen und wir haben uns erstmal aufgemacht, die Stadt zu erkunden. Neben der vollen Hauptstraße, durch die wir gekommen sind, gibt es noch viele weitere, weniger belebte, hübsch gepflegte
und halbwegs grüne Straßen, die gesäumt sind von Cafés, Restaurants, Boutiquen, Galerien, Holzschnitzereien und Läden mit verschiedensten Produkten (ein Laden hatte 50 verschiedenen, selbst hergestellten Sorten Marmeladen, darunter zum Beispiel Kardamom-Kiwi, ein anderer alle möglichen und unmöglichen Produkte aus Kokosöl und es gab noch viele andere). Leider waren die Preise auch auf Reformhausniveau, aber die Vielfalt war erstaunlich. Es gibt echt viel zu entdecken in Ubud, darunter tolle Restaurants. Nicht vergessen werde ich die Kokos Panna Cotta mit Mangopassionsfruchtgelee, das wir am ersten Abend entdeckt haben und an den zwei weiteren Abenden wieder zum Nachtisch gegessen haben.
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Eigentlich nach Ubud gekommen sind wir für Yoga und daher ging es an unserem ersten vollen Tag auch gleich los mit einer Morgenklasse. Diese bestand erst aus 15min Meditation und dann aus lauter Figuren, wie man sie sich unter Yoga vorstellt (Hund, Sonne etc. Nichts extravagantes, also kein Kopfstand oder so). Die Figuren wurden eeewig gehalten und wenn wir mit einer fertig waren, wurde langsam und bewusst in eine weitere gewechselt. Nach einer Stunde waren meine Beine am Zittern und mein Körper erschöpft.
Einen Energieschub hatte ich dagegen nicht und daher haben wir den Vormittag und Mittag nach einem tollen Frühstück in unserem Homestay vor allem mit dem Erkunden der Gassen verbracht.
Nachmittags haben wir noch eine zweite Yogaklasse unter dem Namen „Roll & Release“ mitgemacht, in der wir mit Tennisbällen und Holzblöcken uns selber massiert haben (am interessantesten war die Rückenmassage und die Massage der inneren Organe im Bauch). Diese Klasse war im Gegensatz zum Morgen sehr esoterisch angehaucht und wir haben viel über Energielinien und Energiepunkte gelernt, in denen sich die schlechte Energie in Form von Verspannungen sammelt.
Eine zweite interessante Erfahrung, viel mehr so, wie ich es in Ubud als esoterisches Zentrum Balis erwartet hatte. Aber etwas esoterisch gab es hier im Übermaß, was ich ansonsten in Bali eher versteckt und sehr viel zurückhaltender gesehen habe, und zwar die Blumenopfergaben am Straßenrand, häufig genug mit Räucherstäbchen.
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Unseren zweiten vollen Tag haben wir dann schon kein Yoga mehr gemacht sondern uns nur noch durch die Stadt treiben lassen. An diesem Tag haben wir tolles Essen gegessen und schöne Läden kennen gelernt. Vor allem haben wir uns ausführlich über die verschiedenen Schnellboote von Bali auf die Giliinseln informiert, da es im Internet verschiedenste Horrorgeschichten zu jedem Anbieter gab.
Die Entscheidung bestand dann darin, am nächsten Tag mit dem Taxi zum Fährhafen selber zu fahren und sich die Fähren erstmal anzuschauen. Das haben wir dann auch getan und uns für Ekajaya entschieden. Die Fähre bzw. Schnellboot sah in sehr gutem Zustand aus, das Wetter war wunderbar und wir haben die 40km nach 60 Minuten ruhiger Fahrt sehr gut und sehr sicher überstanden. Das war Ubud, vor allem zu erinnern wegen des tollen Essens und des alternativen Lebensgefühls (keine Party und daher auch keine dementsprechenden Leute, da es eine Sperre für Lokale ab 22:30 gab. Nur Menschen, die die tolle Natur darum herum genießen wollten oder Yoga machten). Und seit Sonntag sind wir auf den Gili Inseln. Sonne, Strand, Meer, Schnorcheln, Tauchen und Schildkröten sind hier die Attraktion.

Jakarta nach Yogyakarta

Von Jakarta aus ging es einmal halb durch Java durch nach Yogyakarta, dem „Herzen“ Javas, wie es gerne genannt wird.
Wir haben um neun Uhr morgens einen Schnellzug genommen, der die 500km in acht Stunden schaffen soll. Gebucht hatten wir am Tag vorher zwei Plätze in der ersten Klasse und so landeten wir in einem Wagon mit sehr bequemen Sitzen, Klimaanlage und einem durchgehend laufendem Fernseher am Anfang.

Die Fahrt war sehr schön. Erst ging es durch Jakarta, dass wir nach ein einhalb Stunden allmählich hinter uns ließen. Dann ging es die nördliche Küste entlang durch endlose Reisfelder bis wir nach fünf Stunden nach Süden abgebogen und an einer Vulkankette vorbei die südliche Küste erreichten. Leider fuhren wir direkt ins schlechte Wetter rein und die Sicht wurde schlechter. Nach neun Stunden Fahrt sind wir in Yogyakarta angekommen.

Yogyakarta ist an sich eine große Stadt, für Touristen sind aber nur die zwei Viertel südlich des Bahnhofs interessant. Direkt südlich liegt das Restaurant und Hotelviertel, dass auf allen vier Seiten von großen Straßen begrenzt wird. Das Viertel wird von 1m breiten Gassen durchzogen und überall sind kleine Losmen, Hotels mit vier bis zehn Räumen. Wir haben uns erstmal eine Runde durch das Viertel tragen lassen und uns dann für ein grünes Hotel mitten im Gängegewirr entschieden.
Leider hat sich drei Stunden später, als wir entspannt auf dem Bett lagen und etwas durften, herausgestellt, dass wir uns das ungünstigste Hotel der Stadt rausgesucht haben. Denn kleine schwarze Wanzen finden an, auf uns rum zubklettern… Ein Blick auf Tripadvisor hat dann unsere Befürchtung bestätigt – wir haben uns ein Zimmer mit Bettwanzen rausgesucht! Mist, die ganze Reise hatten wir so schöne Hotels und nun nach der langen Bahnfahrt in einem uns noch wirklich fremdem Land gabs sowas.
Zum Glück hatten wir unser Gepäck noch nicht ausgepackt und recht unzulänglich hingestellt, sodass wir es einfach geschnappt haben und aus dem Hotel geflüchtet sind.

Leider standen wir dann um 23 Uhr in einem unbeleuchteten Gassengewirr in einer Stadt, in der alle um 22 Uhr ins Bett gehen…

Nachdem wir an allen Hotels, die in unserem Reiseführer genannt wurden und an allen anderen in der Straße lang gelaufen sind und alles geschlossen war, haben wir uns noch schlechter gefühlt. Erst der Jakartaschock, dann die lange Bahnfahrt, dann Bettwanzen und dann einsam in einer geschlossenen, dunklen Stadt herum stehend. In dem Moment haben wir uns wirklich gefragt, warum wir einen ganzen Monat für dieses Land angesetzt haben. Kambodscha war sooo schön und es gibt dort noch viel zu sehen.

Zum Glück gab es auf den größeren Straßen noch Menschen und einer hat uns dann in ein Hotel geführt, das als Notfallunterkunft reichte. Viel mehr auch nicht, wir haben in unseren Klamotten die Nacht auf dem Bett verbracht und haben uns am nächsten Morgen ein wirklich schönes, perfekt sauberes Hotel gesucht. Nicht, ohne es vorher auf Tripadvisor nachzuschauen und ein eindeutig höheres Budget anzusetzen; wir haben unsere Lektion gelernt.

Die nächsten zwei Tage und zwei Nächte haben wir Yogyakarta dann auch komplett genossen. Aber unser Einstieg war eine Geschichte, an die ich mich erinnern werde.